Es geht weiter mit den Witwenküssen. Weil die Witwe (ich) in den letzten Monaten ihre fünf Enkelkinder küsste und herzte, anstatt ihr Notebook zu küssen.
Meine Enkelkinder sind noch klein, wie die Orgelpfeifen stehen sie da. Sie sind gelungen, trotz moderner Erziehungsmethoden . Motto: das Kind ist König.
Ob ein wirklicher König oder Kaiser je so ein opulentes Frühstück vorgesetzt bekam, wie die Gäste eines Hotels in den Bergen, wage ich zu bezweifeln. Die beiden Mädchen frühstückten nichts. Sie starrten auf ihre Teller, die von ihrer Mutter mit lauter gesunden Dingen belegt worden waren : mit Gurken und Paprika. Mozzarella Kugeln und Eierspeise. Der Vater sah, dass sie nichts anrühren, stand auf und holte, was er für gesund hält: Brei. Mit frischen Früchten und mit Trockenfrüchten. Die Mädchen hielten es auf ihren Stühlen nicht mehr aus, sie wollten herum laufen und jetzt schon ein Eis aus der Truhe. „Das Eis dürft ihr zum Nachtisch am Abend, “ Doch wo ist der Abend wenn es jetzt halb Neun Uhr in der Früh ist? Mi der Älteren ging ich zum Buffett, zur aufgelegten Wurst und zum aufgelegten Schnittkäse. „Nimm Dir“ sagte ich. Sie streckte sich, machte sich größer, nahm eine Gabel und nahm sich ein Radl Extrawurst und ein Käsequadrat. Im Wirrwarr der Brote fanden wir eine ganz normale Semmel und im Kühlregal ein Stück eingewickelte Butter. Am Tisch schnitt ich die Semmel durch, bestrich sie mit Butter, legte das Extra-Wurst-Radl drauf und die Käsescheibe, tat die Semmelhälften zusammen und legte sie auf einen sauberen Teller. Ganz puristisch. Sie nahm und ass alles auf, keinen Bissen mehr und keinen Bissen weniger.
Die Geschichte erzählte ich später einer Bekannten, ihre Tochter hat jetzt den Studienort und die Studienrichtung gewechselt. In Klagenfurt war es ihr zu langweilig, die Stadt, wenn Klagenfurt überhaupt eine Stadt ist, ist keine Studentenstadt. Nix lost. In Graz hingegen, das ist was los. Sie wollte was mit Kommunikation, aber entschied sich nun für etwas Neues, für ein Studium das klingt, wie die Überschrift zu einer Seminar Arbeit. Der genaue Titel ist mir entfallen, aber er lautete ähnlich wie. Rechtswissenschaften im Wandel zur KI. Und ich glaube, dieser Titel wurde bereits von einer KI gefunden.
Ein Foto lege ich meinem Artikel diesmal nicht bei. Ich mag keine Fotos von Käse oder von Wurstplatten und schon gar keines Fotos von cremefarbigen Suppen und braunen Sossen. Wie die Vielfalt desAufschnitt- Angebotes im Hotel oder Supermarkt aussieht weiss ohnehin jeder. Und was mit der Vielfalt der Studienrichtungen passieren wird, weiss nicht einmal der Arbeitsmarkt.
Friedeerun Pleterski







